
Ein Konzept für die Kleinsten
Ich sehe ein Kind als ein Lebewesen mit vielen unterschiedlichen Fähigkeiten. Es hat seine eigene Persönlichkeit, seine eigenen Charakter.
Ein Kind im Alter von 1 bis 3 Jahren zu begleiten ist für mich in dieser Phase eine sehr schöne Aufgabe.
Die Kinder sind kleine Forscher und Entdecker, kleine Wissenschaftler. Kinder streben mit allen Sinnen danach, Erfahrungen zu sammeln. Sie gestalten ihre Bildung und
Entwicklung vom Geburt an aktiv forschend mit.
Kinder zeigen ungefiltert Emotionen, und dies möchte ich ernst nehmen, um eine gute Bindung zu ihnen aufzubauen.
Die Bildungsschwerpunkte
Bewegung und Motorik
Kinder brauchen Bewegung, um alle ihre Sinne ausprobieren und entwickeln zu können. Es wird zwischen Grob- und Feinmotorik unterschieden. Zur Grobmotorik gehören z.B. das Krabbeln, Laufen, Fangen, Klettern, Treppen steigen, sich austoben, Tanzen, Springen, Ballspielen, Balancieren auf der Holzumrandung des Sandkasten, aber auch das selbstständigen An- und Ausziehen. Bei der Feinmotorik kommt das Fingerspitzengefühl zum Einsatz. Beispielsweise können das Basteln und Malen, mit Papier und Stift erste Erfahrungen sammeln, oder das Erlernen vom selbstständigen Essen mit Besteck und allein aus dem Glas trinken zur Feinmotorik aufgezählt werden.
Natur und Umwelt
Ich werde jede Gelegenheit nutzen, den Kindern eine
starke Verbindung zur Natur nahe zu bringen. Durch die
Verbindung mit der Natur lernen die Kinder nicht nur den
Respekt für alle andere Lebewesen, sondern unter
anderem auch einfache physische Phänomene zu
verstehen, zum Beispiel warum ein Blatt langsamer
herunterfällt als ein Stein. Die Nähe zu Natur kann zudem
einen positiven Effekt auf eine gesunde Ernährung
mitbringen, indem die Kinder durch ihre eigene
Erfahrung verstehen, woher z. B. die leckeren Äpfel kommen.
Körperhygiene und Gesundheit
Zur Hygiene der Kinder gehört beispielsweise das Wickeln der Kinder so oft sie dies benötigen, im separaten Wickelbereich, um die Privatsphäre der Kinder zu schützen. Darüber hinaus können das Waschen der Hände und des Gesichts nach dem Frühstück, Mittagessen und dem Nachmittagssnack aufgeführt werden. Genauso wichtig ist es nach dem Spiel draußen, sie mit Seife zu waschen. Wenn die Kinder „trocken“ werden, gehört das Händewaschen natürlich nach jedem Toilettengang auch dazu sowie das Putzen der Nasen und die Entsorgung der Taschentücher, um das Ausbreiten der Bakterien zu verhindern. Das Eincremen im Sommer mit Sonnenmilch, sowie das Tragen eines Sonnenhutes, um die Haut zu schützen, sind auch Bestandteile der gesundheitlichen Pflege. Beim Eincremen beim Wickeln, wenn der Po wund ist, bedarf es einer Wund- und Heilsalbe, damit die erkrankte Stelle schnell wieder
heilen kann.
Zur Gesundheit trage ich bei, indem ich mich den Kindern gegenüber immer liebevoll, achtsam und gewaltfrei verhalte. Damit fördere ich das seelische Wohlergehen des Kindes und somit auch die Gesundheit. Ich räume Schlaf- und Ruhephasen ein, damit die Kinder sich entspannen, ihre Erlebnisse verarbeiten können und bereit sind neue Dinge aufzunehmen. Indem ich Bewegungsbaustellen baue, damit die Kinder Körpererfahrung sammeln können, trage ich weiter zur gesundheitlichen Förderung bei.
Sprache und Kommunikation
Jedes Kind hat ein individuelles Tempo der Sprache. Dazu braucht es Zuwendung und einen intensiven Kontakt. Es muss sich angenommen fühlen, Liebe und Wärme erfahren und genügend sprachliche Anregung erhalten. Das Hören, aber auch andere Sinneswahrnehmungen, wie das Sehen, das Spüren von Berührungen und Bewegungen, das Riechen und Schmecken, sind für die sprachliche Entwicklung von großer Bedeutung. Diese verschiedene Eindrücke werden genauso wie die Gefühle und Worte im Gedächtnis gespeichert.
Ich werde die Kinder in ihrer Sprachentwicklung unterstützen, indem ich jedes Handeln sprachlich begleite. Beim Bücher lesen, beim Singen, beim Essen, beim Spielen und beim Bewegungsspielen spreche oder singe ich immer wieder klar und deutlich, damit die Kinder sie richtig hören.
Wichtig ist auch eine klare und kurze Aussprache, mit bildlicher Begleitung (Körpersprache). Dadurch werden die Kinder auch angeregt, die Freude am Sprechen zu entdecken.
Die Hauptsprache in meiner Tagespflege ist Deutsch. Ziel ist es, dass die Kinder durch das „Kennenlernen“ von neuen Sprachen (in meinem Fall Französisch, Spanisch und Italienisch), durch Kinderlieder, spielerisch ein offenes Ohr für andere Sprachen erlernen und damit die Toleranz, Offenheit und den Respekt für andere Kulturen zu fördern. Durch Musik haben die Kinder die Möglichkeit, ihr Gehör für neue Sprachen zu öffnen. Kinder nehmen neue Sprachen als selbstverständlich auf und singen in der Regel gerne und mit Freude mit.
Soziale und interkulturelle Bildung
Es ist mir wichtig, dass ich einen wertschätzenden
sowie respektvollen Umgang zu den Kindern pflege, damit dies die Kinder im Umgang miteinander auch als Vorbild wahrnehmen. Dazu gehören z.B. die Begrüßung und Verabschiedung des Kindes. Jedes Kind ist so anzunehmen wie es ist, nur so kann ich ihm die Möglichkeit geben
angemessene Verhaltensweisen zu erlernen. Es braucht dazu Sicherheit, Schutz, liebevolle Zuwendung, das Gefühl angenommen zu sein, Bedürfnisbefriedigung und Möglichkeitsräume. In Konfliktsituationen möchte ich, dass die Kinder dies verbal untereinander klären, sich bei dem anderen entschuldigen, ihm ggf. aufhelfen oder andere Konfliktlösungen entwickeln.
Des Weiteren möchte ich die Kinder in allem was am Tag abläuft mitbestimmen lassen, sie im Sinne der Partizipation leiten.
Musik und Mathematik
Der Bildungsschwerpunkt Musik umfasst viele Bereiche, wie Rhythmus, Sprache und Bewegung. Ich habe verschiedene Instrumente, die den Kindern zur Verfügung stehen. Kinder machen aber auch von sich aus Musik indem sie in die Hände
klatschen oder auf den Tisch trommeln, bzw. ausprobieren wie ein Klang entsteht. Aus Alltagsmaterialien kann ich mit den Kindern auch Musikinstrumente bauen. Die Kinder kommen alleine auf die tollsten Ideen und geben von sich aus Geräusche vor.
Ich möchte den Kindern mit verschiedenen Materialien die Mathematik näher bringen. Es passiert schon automatisch, indem sie verschiedene Spielsachen in die Hände nehmen und diese unterschiedliche Größen, Gewichte und Formen haben. Durch verschiedene Materialien können die Kinder herausfinden was schwer, was leicht, was groß und was klein ist.
Gestaltung und Kreativität
Ich stelle den Kindern verschiedene Materialien zur Verfügung, bei denen sie ihrer Phantasie freien Lauf lassen können. Durch die Materialien aus ihrer Umgebung wie Bücher, Bastelutensilien, Naturmaterialien wie Steine, Baumblätter oder das Verkleiden und Rollenspielen haben die Kinder die Möglichkeit kreativ zu sein.
Religion und Ethik
Ich selber handle nach den Muslimische Grundprinzipien. Dennoch vermeide ich als Tagesmutter muslimische Symbolik und Rituale. Da ich mit Eltern unterschiedlicher Glaubensansichten und Weltanschauungen zusammenarbeite, möchte ich durch meine Tätigkeit als Tagespflegeperson diesbezüglich den Eltern nicht vorgreifen bzw. zu nahe treten. Stattdessen möchte ich Bastelnachmittage gestalten, wo die Eltern mit den Kinder Schmuck oder Dekoration für die verschiedenen weltlichen (z.B. Geburtstage in der Familie oder Muttertag) wie religiösen Festlichkeiten (z.B. Weihnachten, Ostern) basteln können. Dazu gibt es von den Kindern selbstgebackene Leckereien.
Partizipation
Kinder sind eigenständige Persönlichkeiten, die ich achten und respektieren möchte. Kinder haben ein Recht auf Beteiligung. Festgelegt ist dies auch im Kinder- und Jungendhilfegesetz (§8): „Kinder und Jugendliche sind entsprechend ihrem Entwicklungsstand in allen sie betreffenden Entscheidungen zu beteiligen.“
Ich werde deshalb den Kindern zutrauen, selbständig zu handeln, Entscheidungen zu treffen und im Alltag mitzuwirken, z.B. bei der Zubereitung der Mahlzeit. Ich möchte mit ihnen über ihre Wünsche für gemeinsame Ausflüge, Essenideen oder Tagesabläufe sprechen. Alle haben das Recht, Situationen selbst zu gestalten. Kinder brauchen die Chance, ihre Wege selbst zu suchen und mit anderen in gemeinsamen Prozessen auszuhandeln.
Quelle: „Wenn ein Kind etwas alleine machen darf, erlebte es sich als selbstwirksam, und so schaffen wir wichtige Grundlagen für ihre Entwicklung zu einer eigenverantwortliche Persönlichkeit.“
Kindererziehung heißt, ihnen Möglichkeiten, Zusammenhänge, angemessene Verhaltensweisen, Grenzen aufzuzeigen, und zwar integriert in die fortlaufenden Selbstbildungsprozesse der Kinder.
Dieser kindliche Entwicklungsprozess vollzieht sich am besten in einem strukturierte Tagespflegealltag, der einen gesicherten Rahmen und Orientierung gibt, aber auch gleichzeitig Freiraum und Eigenaktivität der Kinder zulässt. Es erfordert von Tagespflegepersonen oft eine Rücknahme eigener Vorstellungen und viel Geduld, um Kinder bei ihren Entdeckungsreisen und Experimenten nicht zu stören oder ihnen nicht gleich zu zeigen wie man manches ‚richtig‘ macht.

Weitere Konzeptelemente
Regeln
Um den Kinder Regeln nahe zu bringen, gibt es verschiedene Wege, denen ich folgen möchte.
Beim Aufräumen bin ich ein Vorbild und zeige wie die Spielmaterialien weggeräumt werden. Ein Kind motiviere ich indem ich z.B. sage: „Kannst du die Puppe schon zu den anderen Puppen in das Regal legen?“ So lernen die Kinder mit einer gewissen Zeit wo die Dinge hin gehören. Zusätzlich schauen sie sich das voneinander ab.
Durch Schilder auf Augenhöhe kann ich visuell die Kinder aufmerksam machen, dass bspw. keine Spielmaterialien in die Küche gehören. Durch Handzeichen „Stopp“ möchte ich den Kindern näher bringen, dass sie z.B. nicht an die Steckdose herangehen. Auch können die Kinder zu den anderen Kinder „Stopp“ sagen oder „ich möchte das jetzt nicht“. Diese Erfahrungswerte möchte ich den Kindern vermitteln.
Freispiel / Spiel
Freiraum und Freispiel ist für die Kleinkinder sehr wichtig. Im Spiel der Kinder steckt viel mehr, als es zunächst den Anschein macht. Kinder erleben ihr Spiel immer als wichtig und wertvoll. Das Kind wählt selbst seinen Spielpartner, das Spielmaterial, den Raum und die Dauer aus. Diese Art des Spiels legt den Grundstein für die Persönlichkeitsentwicklung und Kontaktfähigkeit des Kindes.
Im Spiel werden positive Erlebnisse verarbeitet, soziale Kontakte geknüpft und vertieft. Aber es wird auch zum Ausdruck gebracht, was ein Kind bewegt und beschäftigt. Darüber hinaus werden Ängste und Probleme verarbeitet. Hierbei sehe ich meine Aufgabe in der permanent beobachtenden, mitspielenden und unterstützenden Rolle.
Es ist wichtig, dass Kinder sich individuell entfalten und ausleben können. Daher möchte ich situationsorientiert arbeiten, richte mein Handeln an den Bedürfnissen der Kinder aus und gebe Hilfestellungen sowie kleine Hinweise zur Spielanleitung. Außerdem unterstütze ich die Kinder in ihrer Rollenfindung und Entwicklung sowie beim Erwerb von sozialen und lebenspraktischen Kompetenzen.
Bildungsdokumentation und Beobachtung
Das Kinderbildungsgesetz für NRW (KiBiz) besagt, dass eine regelmäßige Beobachtung und Dokumentation über den Entwicklungsstand des Kindes geführt werden soll.
Die Bildungsdokumentation aus den Aktionen der Kinder werde ich am Ende der Betreuung den Eltern mitgeben. Um die verschiedene Eindrücke und Entwicklungen festzuhalten, notiere ich in einem Notizbuch die Ereignisse und Beobachtungen sowie Fortschritte des Kindes und dessen Entwicklung. Diese Notizen und Dokumentationen dienen auch für die Elterngespräche, um die Entwicklung des Kindes transparent zu machen.
Zusätzlich erhalten die Eltern ein Portfolio, eine Sammelmappe, über das, was das Kind in der Zeit bei der Tagespflege gemalt und gebastelt hat, Fotos und Aussprüche (Kindermund) des Kindes, sein erster Handabdruck, die ersten Schneideversuche, erstes puzzeln, etc. Die Zustimmung zur Erstellung der Bilder mit den eigenen aber auch mehreren Kindern, geben mir die Eltern mit Abschluss ihres Vertrages.
Zusammenarbeit mit den Eltern
„Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen“. -Augustin Aurelius-
Eltern sind und bleiben immer die Nr. 1 im Leben eines Kindes. Sie Leiten das Kind auf seinem Weg, sind der „sichere Hafen“ und die engsten Bezugspersonen. Ich begleite die Eltern und ihre Kinder lediglich ein kleines Stückchen auf diesem Weg.
Nur mit einem engen, offenen und transparenten Austausch sowie einer gemeinsamen Erziehungspartnerschaft zwischen Tagespflegeperson und Eltern ist eine erfolgreiche pädagogische Arbeit umsetzbar. Um eine bestmögliche Betreuung und Förderung des Kindes zu gewährleisten, ist es wichtig, das gegenseitige Vertrauen, ein ehrliches und mit Sicht auf das Wohl des Kindes führendes Verhältnis aufzubauen. Möglichkeiten zum Kontakt gibt es bei Gesprächen während der Bring- und Abholsituation. Neben den Tür- und Angelgesprächen werden zweimal jährlich Elterngespräche stattfinden. Besteht darüber hinaus Gesprächsbedarf, wird ein Termin ohne das Kind angeboten.
Mindestens einmal im Jahr wird ein gemeinsames Fest stattfinden, an dem die anderen Eltern und Kinder sich kennenlernen können. Um eine reibungslose Zusammenarbeit zu gewährleisten, ist es nicht nur für das Kind, sondern auch für die Eltern und für mich als Tagespflegeperson von großer Wichtigkeit, Absprachen,
Termine und Uhrzeiten einzuhalten.
Selbstverständlich gehe ich als Tagesmutter vertraulich mit den Elternwünschen, Anregungen und Sorgen um.
Eingewöhnung nach dem Berliner Modell
Eine Eingewöhnung ist für das Kind außerordentlich wichtig. Sie dient dem Kind dazu, eine Bindung zu mir aufzubauen. Durch eine langsame und in den ersten Tage durch Eltern begleitende Kontaktaufnahme zwischen dem Kind und mir, kann ich behutsam auf dieses eingehen und eine Beziehung zu ihm aufbauen. Je nach Alter und Charakter des Kindes gestaltet sich die Eingewöhnungsgeschwindigkeit. Für eine einfühlsame und optimale Eingewöhnung sollten Eltern genügend Zeit einplanen, um sich und das Kind nicht unter Druck zu setzen.
Ablauf der Eingewöhnung
Die Eingewöhnung gestalte ich nach dem Berliner Model, welches sich in mehrere Phasen aufteilen lässt und etwa drei bis vier Wochen in Anspruch nimmt. Vor der Aufnahme in die Tagespflege stehen in der Regel einige ausführliche Aufnahmegespräche, in denen sich die Eltern mit der Tagespflegeperson u. a. über die bisherige Entwicklung, die Ernährung, die Schlafgewohnheiten und das Spielverhalten des Kindes unterhalten.
Eltern als engste Bezugsperson stellen den „sicheren Hafen“ für das Kind da. Mit Hilfe von den Eltern kann es seine neue Umgebung wahrnehmen und sich langsam auf diese und auf mich als noch fremde Person einlassen.
In den ersten drei bis vier Tagen besuchen Eltern gemeinsam mit dem Kind meine Tagespflegeeinrichtung für max. 1 Stunde. Eltern agieren eher passiv, lassen das Kind das Neue entdecken, fangen es aber zu jeder Zeit auf, wenn es den Kontakt sucht. Als Tagespflegeperson werde ich in dieser Phase vorsichtig Kontakt aufnehmen ohne zu drängen, durch Spielangebote oder eine Beteiligung am Spiel des Kindes.
In den darauffolgenden Tagen übernehme ich nach und nach auch die pflegerischen Aufgaben am Kind. Eltern als Bezugsperson sind da, treten aber mehr in den Hintergrund und sind nur noch Beobachter. Lässt das Kind sich problemlos auf mich ein, spielt es mit mir, lässt sich von mir beruhigen und sucht von sich aus den Kontakt zu mir, so kann man den ersten kurzen Trennungsversuch von etwa 1⁄2 Std. starten. In dieser Zeit verlassen die Eltern die Einrichtung, sind aber in der Gegend, falls das Kind nach ihnen verlangt. Wichtig dabei ist mir, dass Eltern sich von dem Kind verabschieden, wenn sie gehen (Mama geht
kurz spazieren, ich komme gleich zurück) und auch begrüßen, wenn sie wieder zurück sind. Schafft das Kind es, sich auch in der Abwesenheit der Eltern von mir beruhigen und ablenken zu lassen, so kann man die Trennungszeit nach einigen Tagen schrittweise erhöhen.
In der letzten Phase bringen Eltern ihr Kind zu einer in Zukunft üblichen Zeit zu mir, verabschieden sich vom Kind und vereinbaren mit diesem die Abholzeit. Ziel ist es, die Betreuung auf die Bedürfnisse der Familien auszuweiten, ohne dabei das Kind zu überfordern. Erst wenn das Kind sich aktiv und interessiert mit seiner neuen Umgebung befasst, eine Bindung zu mir aufgebaut hat und sich von mir versorgen lässt (wickeln, essen, schlafen) ohne dabei unter Trennung von Eltern zu leiden, ist für mich die Eingewöhnung erfolgreich abgeschlossen.
Abschied
Der Übergang von der Tagespflege in eine andere neue Welt, die in den meisten Fällen der Kindergarten sein wird, soll für Kinder ein schönes Ereignis werden. Ich werde zusammen mit den Eltern frühzeitig damit beginnen, dem Kind den Start in einen neuen Lebensabschnitt so schön und angenehm wie möglich zu gestalten. Durch Bücher und Geschichten über den Kindergarten werde ich die Kinder in die Welt des Kindergartens eintauchen lassen.
Es wird für jedes Kind, das meine Einrichtung verlässt, ein Abschiedsfest geben. Eltern und Kinder erhalten beim Verlassen meiner Tagespflegeeinrichtung das Portfolio (Sammelmappe) mit all den schönen Erinnerungen aus der Zeit bei mir.

Sonstiges
Krankheit und Medikamente
Kranke Kinder gehören zu ihren Eltern. Unter „krank“ verstehe ich Fieber, Magen- und Darmerkrankungen sowie alle Arten von Krankheiten, die ansteckend sind.
Medikamente werden von mir nicht verabreicht, es sei denn das Kind leidet unter einer Erkrankung, die eine dauerhafte Einnahme eines Medikamentes unabdinglich macht. Um diese Medikamente zu verabreichen, benötige ich einen schriftliche Beleg des behandelnden Arztes.
Kooperationsbereitschaft und Vernetzung
Um alle Bereiche der Förderung und Entwicklung des Kindes voll ausschöpfen zu können, stehe ich in enge Kooperation in erste Linie mit den Eltern, aber auch mit anderen Tagespflegepersonen, sowie dem Jungendamt Pulheim für Kindertagespflege, an die sich auch Eltern zu jeder Zeit bei Fragen wenden können.
Schlusswort
„Hilf mir es selbst zu tun“ –Maria Montessori
Dieser Satz soll mich begleiten und auch als Leitsatz in meiner Arbeit mit den Kindern immer wieder vor Augen treten.
Ich hoffe mit diesem Konzept einen guten Einblick in meine Arbeit zu verschaffen. Bitte sprechen Sie mich bei Fragen, Anregungen und Kritik zu jeder Zeit an.
Quellenhinweise
- Förderauftrag § 8 22-24 SGB VIII
- Bildungsauftrag (KiBiz)
- Ute Bendt – Claudia Erler, Kinderschutz BGB § 1631 Absatz 2 Seite 120
- Ute Bendt – Claudia Erler, Der Praxisratgeber für die professionelle Kindertagespflege allgemein
- und S. 120 Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung…
- Das Berliner Eingewöhnungsmodell (INFANS, Berlin 1990) Sama Samel, Respekt vor Kindern im ZeT/Heft 3/2014

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